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Raspberry Pi USB-Stick – Standard-Controller, einfach besser ausgewählt

Raspberry Pi Platine mit angeschlossenen USB-Sticks für Diskussion über kontrollierte Medien und Schreibschutz

Der neue USB-Stick von Raspberry Pi wirkt wie eine saubere Umsetzung bekannter Controller-Technik – keine neue Speichererfindung.

Das Raspberry-Pi-Team hat kürzlich einen eigenen USB-Stick vorgestellt, der sich vor allem an Entwickler und Bastler richtet, die zuverlässigen Wechselspeicher für ihre Boards und Systeme brauchen. Auf dem Papier sieht das Ganze ziemlich ordentlich aus: Aluminiumgehäuse, vernünftige Dauer-Geschwindigkeiten und Firmware-Funktionen, die man sonst eher aus höherwertigen Flash-Produkten kennt.

Ein Punkt in der Ankündigung fällt allerdings sofort auf: die Beschreibung eines pseudo-SLC-Caches, der Schreibvorgänge auf QLC-NAND beschleunigen soll. Liest man das schnell, kann es fast so klingen, als wäre das etwas Besonderes oder Proprietäres. Ist es aber nicht. Das ist eine ganz normale Technik, die in modernem Flash-Speicher überall eingesetzt wird.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie hilft, ein tatsächlich besser gebautes Produkt von Marketing-Formulierungen zu trennen, die eine ganz normale Controller-Funktion etwas exotischer klingen lassen.

Wie der pSLC-Cache funktioniert

Raspberry Pi erklärt, dass Daten zunächst in einen pseudo-SLC-Cache geschrieben werden und später im Hintergrund in langsameren QLC-Speicher verschoben werden. Dadurch soll die Leistung bei kurzen Schreiblasten verbessert werden.

Technisch stimmt diese Erklärung vollkommen. Sie ist nur eben auch sehr verbreitet.

Die meisten modernen Flash-Speicherprodukte, die auf TLC- oder QLC-NAND basieren, arbeiten genau so. Der Controller betreibt einen Teil des NAND vorübergehend im Ein-Bit-Modus, um die Schreibgeschwindigkeit zu erhöhen, und organisiert die Daten später neu, wenn das System gerade nichts zu tun hat.

Diese Architektur findet man in USB-Sticks, SSDs, SD-Karten, microSD-Karten, eMMC-Produkten und vielen anderen Embedded-Flash-Geräten. Es handelt sich also nicht um eine neue Controller-Erfindung, sondern um ganz normales Firmware-Verhalten moderner NAND-Controller.

Warum diese Technik überhaupt existiert

QLC-NAND bietet hohe Speicherdichte und niedrigere Kosten, schreibt Daten aber langsamer als frühere Flash-Generationen. Controller-Hersteller haben dieses Problem schon vor Jahren mit einer dynamischen SLC-Cache-Schicht gelöst.

Ganz einfach gesagt: Neue Daten landen zuerst schnell im pSLC-Cache, der Controller liefert dadurch gute Burst-Leistung, und später werden die Daten im Hintergrund in QLC-Blöcke umorganisiert, wenn das System gerade Leerlauf hat. Dadurch bleibt das Gerät im normalen Alltag flott, besonders wenn Nutzer kleinere Dateien oder kurze Datenmengen kopieren.

Das ist eine clevere und bewährte Designentscheidung – aber eben auch Standard im Flash-Speichermarkt.

Interessanter ist eigentlich die Aussage zu Dauer-Schreibgeschwindigkeiten

Spannender wird die Raspberry-Pi-Ankündigung bei der Darstellung der Leistung. Statt Burst-Geschwindigkeiten zu nennen, die gemessen werden solange der Cache noch aktiv ist, gibt Raspberry Pi an, dass die veröffentlichten Werte Dauer-Schreibgeschwindigkeiten sind, gemessen nachdem der Cache in den Write-Through-Modus gezwungen wurde.

Das ist eine deutlich ehrlichere Art, über Leistung zu sprechen.

Viele günstige USB-Sticks bewerben nur ihre kurzen Burst-Geschwindigkeiten. Die sehen für einen Moment beeindruckend aus und brechen dann stark ein, sobald der Cache voll ist. Wenn stattdessen Dauerwerte angegeben werden, zeigt das, dass unter realistischeren Bedingungen gemessen wurde. In einem Markt voller optimistischer Marketingzahlen ist das durchaus bemerkenswert.

Zuverlässigkeit sagt mehr aus als die Cache-Diskussion

Ein weiterer Teil der Raspberry-Pi-Ankündigung verdient eigentlich mehr Aufmerksamkeit als die Cache-Beschreibung. Das Unternehmen sagt, der Stick sei durch zehntausende zufällige Strom-Zyklen getestet worden, während gleichzeitig teilweise intensive I/O-Lasten liefen.

Damit kommt man näher an den Punkt, der hochwertige Flash-Medien wirklich von Billigprodukten trennt. Günstige USB-Sticks fallen oft genau dann aus, wenn es für Nutzer am kritischsten wird: bei unerwartetem Abziehen, plötzlichen Verbindungsabbrüchen oder instabiler Stromversorgung. Ein Controller kann auf dem Datenblatt gut aussehen und sich trotzdem im Alltag schlecht verhalten, wenn die Firmware-Validierung schwach ist.

Die stärkere Aussage von Raspberry Pi ist also nicht der pSLC-Cache. Interessanter ist, dass das Produkt offenbar gründlicher getestet und qualifiziert wurde als der durchschnittliche günstige USB-Stick.

Was das eigentlich bedeutet

Die größere Einordnung ist relativ einfach. Raspberry Pi scheint ein gut spezifiziertes Flash-Design zu verwenden, das auf den üblichen modernen Controller-Techniken basiert – keine völlig neue Speicherarchitektur.

Der Unterschied dürfte eher in besserer Controller-Auswahl, sauberer Firmware-Abstimmung, NAND-Qualifizierung, Zuverlässigkeitstests und realistischeren Leistungsangaben liegen. Diese Entscheidungen können die tatsächliche Nutzbarkeit durchaus verbessern. Sie sollten nur nicht als revolutionäre Cache-Technologie missverstanden werden.

Die eigentliche Qualität steckt im Controller

Im Markt für Wechselmedien sitzt ein großer Teil des echten Werts im Controller und in der Firmware darum herum. Der Controller kümmert sich um Wear-Leveling, Fehlerkorrektur, Garbage-Collection, Cache-Verhalten, defekte Blöcke und das Wiederherstellen nach unerwarteten Unterbrechungen. Ein billiger Controller kann selbst guten NAND mittelmäßig aussehen lassen. Ein besserer Controller mit sauberer Firmware und gründlicher Validierung kann dieselbe NAND-Klasse deutlich zuverlässiger machen.

Genau an dieser Stelle kommt Nexcopy Controlled USB Flash Media ins Spiel. Nexcopy hat eine Plattform von controller-basierten USB-Produkten aufgebaut, die auf Konsistenz, Zuverlässigkeit und anwendungsspezifisches Verhalten ausgelegt sind – nicht auf den billigsten Massenpreis. Zu dieser Familie gehören Disc License, Lock License, Copy Secure und Fixed Disk Lösungen. In diesen Produkten ist das Verhalten des Controllers und der Firmware Teil des eigentlichen Produktwerts und nicht nur ein unsichtbares Bauteil im Kunststoffgehäuse.

Genau dieser Punkt geht in vielen Diskussionen über Flash-Speicher verloren. Käufer schauen oft zuerst auf Kapazität und angegebene Übertragungsraten. Die bessere Frage ist jedoch, ob die Controller-Plattform darunter wirklich für die Aufgabe ausgewählt und abgestimmt wurde.

Unterm Strich

Der neue USB-Stick von Raspberry Pi wirkt wie ein sinnvoll entwickeltes Zubehörprodukt, und man muss ihn nicht schlechtreden, um das anzuerkennen. Er nutzt offenbar die gleiche Klasse moderner Controller-Technik, auf die bessere Flash-Produkte schon seit Jahren setzen. Der hervorgehobene pSLC-Cache ist nichts Einzigartiges. Er gehört einfach zum Standard-Werkzeug moderner Flash-Architektur.

Dass der Raspberry-Pi-Stick wahrscheinlich besser abschneidet als viele billige Alternativen, liegt vermutlich nicht an einer geheimen Controller-Erfindung. Wahrscheinlicher ist die Kombination aus vernünftiger Komponentenwahl, gründlicherer Validierung und der Bereitschaft, Dauerwerte statt Marketing-Burst-Geschwindigkeiten zu veröffentlichen.

Das ist eine faire Position für Raspberry Pi. Gleichzeitig sollte der Markt erkennen, dass controller-basierte Flash-Qualität kein neues Terrain ist. Unternehmen wie Nexcopy bauen seit Jahren Produktplattformen rund um kontrolliertes Flash-Verhalten auf. Der eigentliche Vorteil liegt nicht darin, eine gängige Controller-Funktion besonders spektakulär darzustellen, sondern darin, die Controller-Technologie so einzusetzen, dass am Ende ein zuverlässigeres Produkt entsteht.

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