Alle paar Monate höre ich jemanden sagen: „Ich muss eine NVMe kaufen“, während jemand anderes entgegnet: „Nein, du brauchst ein M.2-Laufwerk.“ Schon bald wird aus dem Gespräch eine Diskussion, obwohl beide Personen normalerweise über genau dasselbe Produkt sprechen.
Das Problem ist nicht, dass eine der beiden Personen falschliegt. Das Problem ist vielmehr, dass uns die Speicherbranche mit ihrer Namensgebung keinen Gefallen getan hat.
Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, ob M.2 und NVMe dasselbe sind, sind Sie damit ganz sicher nicht allein. Selbst viele Menschen, die jeden Tag mit Computern arbeiten, verwenden die Begriffe austauschbar. Die gute Nachricht ist, dass die Erklärung tatsächlich viel einfacher ist, als sie zunächst erscheint.
Denken Sie an Autos
Am einfachsten lässt sich das mit einem Auto vergleichen. Stellen Sie sich vor, Sie fragen jemanden, was für ein Auto er fährt. Eine Person antwortet: „Es ist ein Pickup.“ Eine andere sagt: „Es hat einen Dieselmotor.“ Keine der beiden Antworten ist falsch. Die eine beschreibt, wie das Fahrzeug aussieht, während die andere erklärt, wodurch es angetrieben wird.
Genau das passiert auch bei M.2 und NVMe.
M.2 ist die Form
M.2 beschreibt lediglich die physische Größe und Form des Speichergeräts.
Falls Sie schon einmal einen modernen Laptop oder Desktop-PC geöffnet haben, haben Sie wahrscheinlich bereits eines gesehen. Es sieht aus wie ein kleines Kaugummistreifen-Stück mit Speicherchips auf einer dünnen Leiterplatte. Ein Ende wird in einen Anschluss auf dem Mainboard geschoben, während das andere mit einer winzigen Schraube befestigt wird.
Das ist ein M.2-Laufwerk.
Wichtig ist, dass M.2 nichts darüber aussagt, wie schnell das Laufwerk ist. Der Begriff beschreibt lediglich, wie das Laufwerk aussieht.
NVMe beschreibt, wie das Laufwerk kommuniziert
Stellen Sie sich nun zwei Personen vor, die nebeneinanderstehen. Die eine spricht Englisch. Die andere spricht Spanisch. Beide können genau gleich aussehen, kommunizieren aber auf unterschiedliche Weise.
NVMe funktioniert nach demselben Prinzip.
NVMe steht für Non-Volatile Memory Express und bezeichnet ganz einfach die Kommunikationssprache zwischen dem Computer und der SSD. Das Protokoll wurde speziell für Flash-Speicher entwickelt und ermöglicht dem Computer einen deutlich schnelleren Zugriff auf Daten als ältere Technologien.
Während M.2 also die Bauform beschreibt, erklärt NVMe, wie das Gerät mit dem Betriebssystem kommuniziert.
Und wo kommt PCI Express ins Spiel?
Ein weiterer Begriff wird häufig in dieselbe Diskussion geworfen: PCI Express, oft als PCIe abgekürzt.
Stellen Sie sich PCIe als Autobahn vor. Das NVMe-Protokoll bewegt sich über die PCIe-Verbindung zwischen der SSD und dem Computer. Jede neue PCIe-Generation macht diese Autobahn im Grunde nur breiter und schneller.
PCIe Gen 3 war schnell. Gen 4 wurde deutlich schneller. Gen 5 ist noch schneller, und Gen 6 sowie Gen 7 setzen diesen Trend fort. Die Straße wird immer weiter verbessert, während NVMe die Sprache bleibt, die auf dieser Straße gesprochen wird. Wer wissen möchte, wohin sich diese Technik entwickelt, kann außerdem unseren Artikel über Microns PCIe-6.0-SSD und die Veränderungen in der Befehlsschicht von Speichersystemen lesen.
Warum sagen dann alle einfach „M.2“?
Genau hier beginnt die Verwirrung.
Vor einigen Jahren gab es tatsächlich zwei Arten von M.2-Laufwerken. Einige verwendeten die ältere SATA-Schnittstelle, während andere das neuere NVMe-Protokoll über PCI Express nutzten.
Diese frühen M.2-SATA-Laufwerke sind weitgehend vom Verbrauchermarkt verschwunden, weil NVMe-Laufwerke erheblich schneller wurden und ihre Preise gleichzeitig stetig sanken.
Wenn Sie heute in ein Elektronikgeschäft gehen und nach einer M.2-SSD fragen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Laufwerk, das Sie erhalten, gleichzeitig eine NVMe-SSD ist.
Deshalb verwenden viele Menschen die Bezeichnungen im Alltag so, als würden sie dasselbe bedeuten. In normalen Gesprächen meinen sie damit fast immer dasselbe Produkt.
Technisch gesehen beschreiben sie jedoch zwei unterschiedliche Eigenschaften dieses Produkts.
So können Sie es sich einfach merken
Falls Sie alles andere wieder vergessen, behalten Sie einfach diese vier Punkte im Kopf.
- M.2 = die physische Form.
- NVMe = die Kommunikationssprache.
- PCI Express (PCIe) = die Autobahn, auf der die Daten transportiert werden.
- NAND-Flash = die eigentlichen Speicherchips, auf denen Ihre Dateien gespeichert werden.
NAND-Flash ist ein weiteres Thema mit eigenen verwirrenden Bezeichnungen, darunter SLC, MLC, TLC und QLC. Einige dieser Unterschiede erklären wir in unserem Artikel über MLC im Vergleich zu TLC NAND und warum die alten Regeln nicht mehr gelten.
Sobald Sie diese Begriffe voneinander trennen, wirkt die Terminologie wesentlich weniger einschüchternd. Die Namen mögen austauschbar klingen, doch jeder davon beschreibt einen anderen Teil des Gesamtbildes.
Ein letzter Punkt
Hier ist noch ein letztes Detail, das den Unterschied besonders gut verdeutlicht.
Speichersysteme für Unternehmen verwenden häufig SSDs in Formfaktoren wie U.2, U.3 und dem neueren E1.S. Diese Laufwerke haben überhaupt nicht die M.2-Form und kommunizieren trotzdem über das NVMe-Protokoll.
Das ist eine gute Erinnerung daran, dass NVMe die Kommunikationsmethode ist, während M.2 lediglich eine bestimmte physische Bauform bezeichnet, die in heutigen Verbrauchercomputern ausgesprochen beliebt ist.
Sobald Sie diesen Unterschied verstanden haben, werden Sie SSD-Marketing nie wieder ganz auf dieselbe Weise betrachten.
Dieser Artikel basiert auf Branchenstandards, langjähriger Beobachtung der Speichertechnologie und praktischer Erfahrung mit Flash-Speicherprodukten. Die Erklärung vereinfacht die Beziehung zwischen M.2, NVMe, PCI Express und NAND-Flash bewusst, damit normale Computernutzer besser verstehen können, was sie kaufen, ohne dafür einen technischen Hintergrund zu benötigen. Speichersysteme für Unternehmen bringen zwar zusätzliche Formfaktoren und technische Ausnahmen mit sich, doch die hier erläuterten Konzepte bilden den heutigen Markt für Verbraucher-PCs korrekt ab. Die begleitenden Fotos wurden vom Redaktionsteam von GetUSB aufgenommen und sollen den Lesern helfen, die besprochene Hardware auch visuell besser zu verstehen.